Schnittschutzhose – Arbeitssicherheit bei scharfen Werkzeugen

Schnittschutzhose – Arbeitssicherheit bei scharfen WerkzeugenDen Begriff „Schnittschutzhose“ haben sicherlich die meisten schon einmal gehört. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Sicherheitsprodukt? Die Schnittschutzhose wird eingesetzt, wenn mit der Motorsäge oder der Motorsense gearbeitet wird. Aufgrund ihrer Beschaffenheit kann sie Verletzungen durch diese Geräte vorbeugen. Hierzu wird das Bein gewissermaßen in stark gefährdete und weniger gefährdete Bereich eingeteilt. In den gefährdeten Bereichen (von der Hüfte bis zum Sprunggelenk) ist zwischen der Innen- und der Außenschicht der Hose eine weitere Schicht eingearbeitet. Diese besteht aus sehr langen, reißfesten und dennoch feinen Fäden. Diese sind zu einem lose verwebten Gewebe verarbeitet. Diese Schicht lässt sich nur schwer mit normalem Schneidgerät durchtrennen. Sollte es dennoch gelingen, auch diese Schicht zu zerschneiden, wird die Verletzung zumindest minimiert, da sich die Drehgeschwindigkeit bis zu diesem Punkt bereits abgeschwächt hat. Die Schnittschutzhose gehört zur regulären Ausrüstung von Förstern und den Mitarbeitern der Rettungsdienste. Schnittschutzhosen werden selbstverständlich sowohl für Damen wie auch für Herren angefertigt.

Die unterschiedlichen Arten von Schnittschutzhosen

Die Zeiten, in denen es nur eine einzige Form der Schnittschutzhose gab, sind endgültig vorbei. Dies sieht man bereits an der Tatsache, dass sie auch speziell für Frauen produziert werden. Früher mussten Frauen „irgendwie“ in die Modelle der Herren passen. Selbstverständlich erhöht sich damit der Tragekomfort für die Frauen um einiges.

  • Die Beinlinge oder auch Chaps: Sie werden mittels eines Gürtels oder eines Klettverschlusses an den Gürtelschlaufen der regulären Hose befestigt. Sie schließen das Bein nicht vollständig ein, sondern schützen vorwiegend die Vorderseite und hier insbesondere die Schienbeine. Es steht außer Frage, dass sie im Sommer besonders angenehm zu tragen sind. Allerdings büßen sie in puncto Sicherheit viele Punkte ein. Dies birgt die Gefahr, dass schwere Verletzungen nicht optimal abgewehrt werden können.
  • Die Bundhose: Wie eine Jeans endet sie auf Hüfthöhe. Da sie eher locker geschnitten ist, erhält der Träger eine optimale Bewegungsfreiheit. Dennoch sollte sie unbedingt angepasst werden, da die optimale Passform auch einen optimalen Schutz mit sich bringt. Es ist möglich, den Sitz der Bundhose durch den Einsatz von Hosenträgern zu optimieren.
  • Die Latzhose: Die Latzhose wird durch den Latz und die integrierten Hosenträger relativ fest an den Körper angeschmiegt. Dadurch ergibt sich ein sehr guter Sitz bei optimaler Bewegungsfreiheit. Im Vergleich zur Bundhose jedoch ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Zudem verfügt sie über viele Taschen, sodass viele Werkzeuge und anderes Material verstaut werden kann. Der Schnitt der Latzhose hält viel Wärme am Körper. In den Wintermonaten ist dies ein großer Vorteil. Im Sommer kann dies zu einem Problem werden, weshalb in dieser Zeit viele zur Bundhose greifen.

Die Klassifizierung der Schnitthosen

Es findet eine Klassifizierung in Schutzklassen statt. Diese geben an, mit welcher Motorsäge gearbeitet werden darf, wenn diese Schnittschutzhose zum Einsatz kommt.

  • Die Schnittschutzklasse 0 (Null): Kettensägen mit einer Geschwindigkeit von 16 Meter pro Sekunde
  • Die Schnittschutzklasse 1 (Eins): Kettensägen mit einer Geschwindigkeit von 20 Meter pro Sekunde
  • Die Schnittschutzklasse 2 (Zwei): Kettensägen mit einer Geschwindigkeit von 24 Meter pro Sekunde
  • Die Schnittschutzklasse 3 (Drei): Kettensägen mit einer Geschwindigkeit von 28 Meter pro Sekunde

Nicht jeder private Nutzer kennt die Kettengeschwindigkeit seiner Säge. In diesem Fall solle zur Schnittschutzklasse 3 gegriffen werden. Besser Sie sind durch die höchste Schnittschutzklasse geschützt, als dass sich die Motorsäge durch das Material von Schnittschutzklasse 1 hindurchgearbeitet hat. Es geht um Ihre Sicherheit. Da ist ein Mehr besser als ein Zuwenig.

Welche Schnittschutzhose ist nur die Beste?

Die Beinlinge werden in diesem Abschnitt nicht berücksichtigt, da sie nur eine Übergangslösung darstellen und nicht für den täglichen Einsatz bei Förstern und Rettungsdiensten geeignet sind.

Es ist natürlich eine individuelle Entscheidung, ob man sich für die Latz- oder die Bundhosen entscheidet. Sollte der Arbeitgeber die Hosen stellen, können es Vorschriften oder ganz einfach die Vorliebe des Arbeitgebers sein, die ausschlaggebend sind. Im privaten Bereich jedoch können Sie ganz nach Ihren individuellen Vorlieben entscheiden. Dennoch sollte man sich die folgenden Ratschläge durchlesen, um letztlich die bestmögliche Entscheidung treffen zu können.

  • Achten Sie darauf, dass sowohl der Oberschenkelbereich als auch der Unterschenkelbereich beidseitig mit dem speziellen, schnittfesten Innenfutter versehen sind. In der Theorie mag es nicht möglich sein, sich derartige Verletzungen beizubringen. Doch hat das Leben schon oft gezeigt, dass die Praxis nun einmal anders aussieht als die Theorie. Und somit sollte für den größtmöglichen Schutz gesorgt werden. Achten Sie auf die Bezeichnung „Form C“. Sie schützt das gesamte Bein.
  • Das Außenmatierial der Schnittschutzhose sollte sowohl wasserabweisend, aber auch äußerst robust sein.
  • Benötigen Sie zusätzlich Platz, um Handy, Zollstock oder ähnliches zu verstauen, ist die Latzhose vorteilhafter.
  • Benötigen Sie den Schnittschutz als Hobbygärtner nur ein- oder zweimal im Jahr, können die Beinlinge der Form A oder B ausreichend sein.

Wie pflege ich die Schnittschutzhose?

Selbstverständlich muss auch diese Hose irgendwann einmal gereinigt werden. Grundsätzlich verträgt sie eine Temperatur zwischen 30°C und 60°C. Allerdings ist es ein MUSS, den Schleudergang auszuschalten. Auch der Trockner fällt aus. Eine Lufttrocknung ist absolut unumgänglich. Dennoch sollte nach der Wäsche immer überprüft werden, ob die Schnittschutzeinlagen korrekt im Stoff liegen. Sind sie verdreht, müssen Sie dies korrigieren.

Wird eine bestimmte Unterkleidung benötigt?

Zwingend notwendig ist es nicht, aber es empfiehlt sich, eine lange Unterhose unter der Schnittschutzhose zu tragen. Dies gilt ausschließlich dem Tragekomfort.

In welchen Abständen ist die Schnittschutzhose auszuwechseln?

Gegenfrage: Wie oft wird die Schnittschutzhose von Ihnen eingesetzt? Sollten Sie sie aus beruflichen Gründen täglich tragen müssen, ist ein Austausch nach zwölf bis achtzehn Monaten angeraten. Diese Angabe ist allerdings nur dann korrekt, wenn zwei Hosen im täglichen Wechsel getragen werden. Sollte die Hose tatsächlich täglich getragen werden, sollte sie nach sechs bis neun Monaten erneuert werden.

Sollte eine Schnittschutzhose sichtlich beschädigt sein, ist sie sofort auszutauschen, da der Schutz nicht mehr gewährleistet werden kann.

Grundsätzlich ist die Lebensdauer dieser Hose vom Hersteller abhängig. Gute Qualität erhalten Sie unter anderem von den Herstellern Stihl, Husqvarna und Pfanner Gladiator Berufskleidung. Selbstverständlich gibt es auch weitere Hersteller. Jedoch ist die Qualität geringfügig niedriger einzustufen (SWS, BBTI, Engelbert Strauß).

Einige Hersteller haben sich auf die Produktion von Schnittschutzkleidung wie auch Schnittschutzschuhe spezialisiert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Sie auch Schnittschutzhandschuhe sowie das entsprechende Schuhwerk von ihnen erhalten können. Grundsätzlich ist beim Umgang mit der Kettensäge die Schnittschutzhose, die Sicherheitsschuhe sowie die Schnittschutzhandschuhe nicht nur ein MUSS. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben.

Wir fassen zusammen:

Um unbesorgt mit einer Motorsäge arbeiten zu können, empfiehlt sich die Schutzhose Klasse 3. Die Schutzhose Klasse 2 ist nicht zwangsläufig ausreichend. Gehen Sie auf Nummer sicher!

Wählen Sie eine wasserabweisende, robuste und dennoch atmungsaktive Hose. Um sie jederzeit bequem auch bei längeren Einsätzen tragen zu können, sollte sie nicht schwerer als 1,5kg sein.

Achten Sie auf die optimale Passform. Nur eine gut passende Schnittschutzhose kann den bestmöglichen Schutz gewährleisten. Deshalb wird unterschieden in Modelle für Damen und für Herren.

Um sicher zu sein, dass die Hose auch ihrem Zweck entspricht, suchen Sie nach dem Siegel „DIN EN 38“. Dies entspricht der deutschen Zertifizierung. Ist sie zudem mit „KWF PROFI-Siegel“ gekennzeichnet, können Sie davon ausgehen, dass es sich um ein Modell handelt, das den hohen Anforderungen einer Schnittschutzhose für die Forstarbeit entspricht.

Die Frage nach dem Preis

Wer auf Nummer sicher geht, weiß, dass er nicht mit einem Discounterpreis zu rechnen hat. Eine gute, aber günstige Schnittschutzhose der Firma Stihl ist bereits ab EURO 100 erhältlich. Wer jedoch täglich auf diesen Schutz angewiesen ist, sollte mehr ausgeben und tatsächlich zum Profi-Modell greifen.